von fetten karren und großen hütten

Jedes Mal, wenn ich denke, dass das, was wir als Familie haben nicht reicht und irgendwo irgendetwas bei irgendwem auf der anderen Seite grüner erscheint. Jedes Mal, wenn sich unerwartet ein Problem auftut, wie aktuell unsere berufliche Existenz, die dringend eine neue Lösung braucht. Jedes Mal, wenn ich diesen Momente habe, in dem ich denke, an der Verantwortlichkeit als Eltern zu zerbrechen, weil sie einen nicht erlaubt, sich dem Frust mal 24 Stunden zu entziehen. Jedes Mal, wenn ich denke, ich kann und will nicht mehr, schaue ich auf dieses Bild, das eines sonnigen Vormittages in Kalifornien entstanden ist und weiß: ich habe genug. Wir sind genug. Wir brauchen nicht mehr. Wir haben eher zu viel. Wenn mir jemand den Schlüssel dieses Wagens geschenkt in die Hand drücken würde inklusive riesiger Hütte, 10-köpfigem Personal und nem Depot, das für 5 Generationen reicht – ich glaube, ich würde mich irrititiert aufs Rad zu meiner Gang in Bewegung setzen, davon erzählen und doch mit nichts und niemanden tauschen wollen. Herausforderungen und Verantwortlichkeiten hin oder her.

Wir haben uns in den letzten Jahren zusammen 1 Zimmer geteilt, Untermieter gehabt, auf 50qm gewohnt als auch auf 160. Wir hatten eine Zeit mit Wohn- und Arbeitslosengeld als auch eine mit hohem Einkommen und AuPair. Schon jetzt denke ich beseelt und verklärt an die Zeit zurück, als wir auf engsten Raum Pläne schmiedeten und ich tagsüber allein auf beide Jungs aufgepasst habe & scheine die heftige Anstrengung längst verdrängt zu haben. Ich glaube fest daran, dass innere Zufriedenheit sich nach solchen Phasen einstellt, in denen alles von uns verlangt wird und nicht, in dem wir Verantwortlichkeiten abgeben oder materieller Wert irgendwas steigern soll. Das Familienzentrum in London, in das ich jeden Tag mit meiner Bagage spazierte, hat mich mehr abgefedert als jede bezahlte Hilfskraft, die ich mir in späteren Phasen leisten konnte. Und auch diese aktuelle Krise wird uns mehr zusammenbringen als der Job, der in Aussicht war und zurückgezogen wurde und die Karre, die wir uns damit vielleicht geholt hätten – soviel hat man mittlerweile im Leben gelernt.

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